Corporate Wear - Geschichte der Berufsbekleidung

Durch meine Studien bei Vivienne Westwood und am Institut für Kostümgeschichte der Universität für angewandte Kunst in Wien sowie die Arbeiten an historischen Kostümen für Film und Fernsehen war mein Interesse an der Herkunft und der ursprünglichen Funktionalität von Kleidungsstücken geweckt. Als ich mit dem Design für Corporatewear und Berufsbekleidung auseinandersetzte, begann ich auch, Hinweise, Fotos und Bücher über die Bekleidung für Firmen und über die Geschichte der Arbeitsbekleidung zu sammeln.

Kleider machen Leute. Auch frühe Hochkulturen schätzten Kleider als Erkennungsmerkmale und Statussymbole. Wir kennen Beispiele aus Rom, vom chinesischen Kaiserhof und aus Ägypten. Am chinesischen Hof erkannte man die Funktionen des Schreibers und des Steuereintreibers an seiner Bekleidung, die Toga Candida der zur Wahl zum Senat zugelassenen Männer in Rom ist ein Begriff. Auch die imposanten Uniformen der Armeen, die mehr zur Einschüchterung der Feinde als zum Schutz konzipiert waren, bieten viele Beispiele.

Zur Ausführung handwerklicher Tätigkeiten haben sich schon früh geeignete Kleidungsstücke entwickelt, die oftmals bis heute unverändert geblieben sind. Für Feldarbeiten / Hausarbeiten die Schürze und der Sonnenhut mit breiter Krempe, für den Schmied ein Gürtel, an dem Hammer und Werkzeuge befestigt werden konnten und der gleichzeitig die normale Kleidung zusammenband und ein Handschuh aus Fell. Dieser Handschuh kann als die erste "Schutzbekleidung" gesehen werden. Er schützte vor Kälte, Hitze und vor Schlägen mit dem Hammer. Diese Bekleidung wurde über die Tagesbekleidung getragen.

Im Mittelalter hatten Handwerker bestimmte Bekleidung an, die als Zeichen ihrer Handwerkskunst ebenso galt wie als Schutz- oder adäquate Bekleidung. Die Hosen der Tischler waren so weit, dass die Sägespäne nicht in die Schuhe fallen konnten.

Im Zuge der Industrialisierung und der Entwicklung der Arbeiterberufe und den sich vergrösserten Städten entstanden neue Ansprüche an die Arbeitsbekleidung. Neue Berufe benötigten neue Bekleidungsformen. Die Polizieien, die sich aus den Stadtwachen und Milizen bildeten, entwickelten Bekleidungsformen aus den Militäruniformen. Die Arbeiter brauchten Schutz ihrer Alltagsbekleidung, die sich bei ihren anstrengenden Tätigkeiten abnützte. Der Tourismus und die beginnende Tourismusindustrie, die Eisenbahnen und Strassenbahnen, die Dienstleistungen in den Städten waren an ihrer Kleidung erkennbar.

Die Weltkriege, die durch die neuen Waffen, Flugzeuge und U-Boote auch Bekleidung mit unterschiedlichen Anforderungen für die Soldaten notwendig machten, die über die Präsentation einer Armee hinaus gegen Kälte, Wasser, Kugelhagel schützen musste, setzten neue Impulse und Denkansätze für die Berufsbekleidung. Es wurden spezialisierte Produkte für differenzierte Anforderungen geschaffen. Aus diesem Prozess entstanden die heutigen Formen der Berufsbekleidung, die sich auf die Funktion konzentrieren und nicht allein auf die Darstellung von Macht, Status oder Berufsstolz ausgerichtet war.


Vor der Industrialisierung trugen neben den Mitlitäruniformen die Handwerker Schürzen und andere Bekleidung zum Schutz und mit Funktion. Nach der Industrialisierung kann man zwischen Blue-Collar und White Collar Bekleidung unterscheiden. Blue Collar trug zuerst einfache Schutzbekleidung über die Alltagsbekleidung. Aber im Zuge der Spezialisierung der Arbeiterberufe entwickelten sich neue Bekleidungsformen. Die White Collar Bekleidung definiert Berufe wie Beamte, Schreiber, die keine körperliche anstrengende Tätigkeiten beinhalten. Hier blieb die "Arbeitsbekleidung" bei Schutzteilen, die man sich über die eigene Kleidung überzog. Zum Beispiel: Ärmelschoner für Schreiber, Arztkkittel für Ärzte.
Heute unterscheiden wir zwischen Militär- und Uniformen, Berufsbekleidung, Schutzbekleidung und Corporate Fashion, die sich wiederum in Corporate Business Fashion und Corporate Casuals und Promotional Garments aufteilt.

Einige Eindrücke

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